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🥋 Wushu

Wushu erklärt: Taolu und Sanda – die beiden Gesichter des Kung Fu

Wushu ist der moderne Wettkampfsport, der aus den chinesischen Kampfkünsten („Kung Fu") entstanden ist. Er hat zwei ganz unterschiedliche Seiten: den akrobatischen Formenwettkampf Taolu und den Vollkontakt-Kampf Sanda. Beides wird auch in Deutschland in Vereinen trainiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Taolu: festgelegte oder frei gestaltete Formen – allein, mit Waffe oder in der Gruppe.
  • Sanda (Sanshou): Kampf mit Schlägen, Tritten und Würfen auf einer erhöhten Fläche.
  • Wushu vereint Kraft, Beweglichkeit, Rhythmus und Präzision.

Taolu – die Form

Beim Taolu zeigt der Sportler eine Abfolge aus Stellungen, Schlägen, Tritten, Sprüngen und Drehungen – oft in beeindruckendem Tempo. Es gibt Wettbewerbe ohne Waffe (z. B. Changquan, Nanquan, Taijiquan) und mit Waffe (Schwert Jian, Säbel Dao, Stock Gun, Speer Qiang).

Bewertet wird nach drei Bereichen:

  • Technische Ausführung: Korrektheit von Stellungen und Bewegungen.
  • Gesamteindruck: Rhythmus, Kraft, Ausdruck, Harmonie.
  • Schwierigkeitsgrad: Sprünge und Drehungen (z. B. 360°, 540°, 720°) mit sauberer Landung.

Wer bei der Landung wackelt oder stürzt, bekommt Abzüge – Präzision zählt mehr als Show.

Sanda – der Kampf

Sanda (auch Sanshou) ist der Vollkontakt-Zweikampf des Wushu. Gekämpft wird auf einer erhöhten Plattform, dem Lei Tai. Erlaubt sind Schläge, Tritte und Würfe – am Boden wird nicht weitergekämpft. Genau diese Mischung macht Sanda besonders: Wer gut wirft, kann einen Kampf drehen.

Wertung

  • Punkte gibt es für klare Treffer mit Faust oder Fuß und für saubere Würfe.
  • Ein Kampf geht über 2 Runden à 2 Minuten (je nach Klasse), wer zwei Runden gewinnt, gewinnt den Kampf.
  • Wer den Gegner von der Plattform wirft, bekommt besonders viele Punkte.
  • Bestraft werden u. a. Angriffe auf Hinterkopf, Nacken und Genitalbereich sowie Weiterkämpfen am Boden.

Ausrüstung

  • Taolu: leichter Seidenanzug, spezielle Wushu-Schuhe, dazu die jeweilige Waffe.
  • Sanda: Boxhandschuhe, Kopfschutz, Zahnschutz, Tiefschutz, Brust-/Rumpfschutz und Schienbeinschutz.

So steigst du ein

Beginne im Verein mit der Grundschule: Stellungen, Beweglichkeit und Grundtechniken. Taolu ist ideal, wenn du Akrobatik und Ästhetik magst; Sanda, wenn du den Zweikampf suchst. Beweglichkeitstraining ist in beiden Fällen der Schlüssel – plane es von Anfang an ein. Ansprechpartner ist die Wushu-Föderation Deutschland und ihre Landesverbände.

Kleines Lexikon

  • Taolu: Form/Formenlauf.
  • Sanda / Sanshou: der freie Kampf.
  • Lei Tai: die erhöhte Kampfplattform.
  • Changquan / Nanquan: „Lange Faust" (nördlicher Stil) bzw. „Südliche Faust".
  • Jian / Dao: gerades Schwert bzw. Säbel.

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