
Taekwondo erklärt: Kyorugi, Poomsae, Punkte & Gürtel
Taekwondo kommt aus Korea, ist olympisch und berühmt für seine spektakulären Fußtechniken. Der Name bedeutet sinngemäß „der Weg von Fuß und Faust". Wer einmal einen Wettkampf gesehen hat, weiß: Hier geht es blitzschnell zu.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt zwei Wettkampfformen: Kyorugi (Vollkontakt-Kampf) und Poomsae (Formenlauf).
- Im Kampf zählen vor allem Fußtechniken – Kopftreffer bringen die meisten Punkte.
- Getroffen wird auf Rumpf und Kopf; Schläge zum Kopf sind verboten.
- Gewertet wird heute meist elektronisch über Sensoren in Weste und Helm.
Kyorugi – der Wettkampf
Gekämpft wird auf einer achteckigen oder quadratischen Fläche, meist über 3 Runden à 2 Minuten mit einer Minute Pause. Wer am Ende mehr Punkte hat, gewinnt. Bei Gleichstand entscheidet eine Golden-Point-Runde: Der erste Punkt gewinnt.
Die Punkte
- 1 Punkt: Fausttechnik zum Rumpf.
- 2 Punkte: Fußtechnik zum Rumpf.
- 3 Punkte: Fußtechnik zum Kopf.
- 4 Punkte: Fußtechnik zum Rumpf mit Drehung.
- 5 Punkte: Fußtechnik zum Kopf mit Drehung.
- Ein Gam-jeom (Strafe gegen den Gegner) bringt dir ebenfalls einen Punkt.
Weil Drehtechniken so viel bringen, sieht man im Taekwondo spektakuläre Aktionen – aber sie sind riskant, weil man sich kurz öffnet.
Strafen (Gam-jeom)
Bestraft werden u. a. Verlassen der Kampffläche, Fallen, Umklammern, Schieben, Angriffe unter die Gürtellinie und Schläge zum Kopf. Bei 10 Strafpunkten ist der Kampf verloren.
Poomsae – die Formen
Bei Poomsae zeigt man eine festgelegte Abfolge von Techniken gegen gedachte Gegner. Bewertet werden Genauigkeit (Stände, Techniken) und Präsentation (Kraft, Rhythmus, Ausdruck). Es gibt Einzel-, Paar- und Team-Wettbewerbe – auch als moderne „Freestyle"-Variante mit Musik und Akrobatik.
Gürtelgrade
Der Weg führt vom weißen Gürtel über gelb, grün, blau und rot (die Kup-Grade) zum schwarzen Gürtel (1. Dan), im Taekwondo auch Poom für Kinder und Jugendliche. Geprüft werden Grundtechniken, Poomsae, Bruchtest und Kampf.
Ausrüstung
- Dobok: der weiße Anzug mit Gürtel.
- Im Wettkampf: elektronische Weste (Hogu) und Helm, dazu Unterarm-, Schienbein-, Zahn- und Tiefschutz sowie Sensor-Socken.
- Trainiert wird barfuß auf Matten.
So steigst du ein
Vereine bieten Schnuppertrainings an; Kinder starten oft mit 5–6 Jahren. Taekwondo schult besonders Beweglichkeit, Gleichgewicht und Schnellkraft – dehne dich also von Anfang an gut. Achte auf einen Verein in der Deutschen Taekwondo Union (DTU).
Kleines Lexikon
- Dojang: der Trainingsraum.
- Hogu: die Körperschutzweste.
- Kup / Dan: Schüler- bzw. Meistergrade.
- Golden Point: die Entscheidungsrunde bei Gleichstand.
Finde Taekwondo-Turniere und Vereine in deiner Nähe auf WoSpielen.
