
Sepak Takraw erklärt: Volleyball mit den Füßen
Stell dir Volleyball vor – aber die Hände sind verboten. Genau das ist Sepak Takraw: eine Sportart aus Südostasien, bei der ein kleiner Rattanball nur mit Fuß, Knie, Brust und Kopf über ein Netz gespielt wird. Die akrobatischen Fallrückzieher-Schmetterbälle gehören zum Spektakulärsten, was der Sport zu bieten hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Gespielt wird meist 3 gegen 3 (Regu) über ein Netz.
- Hände und Arme sind verboten – erlaubt sind Fuß, Knie, Brust, Schulter und Kopf.
- Jedes Team darf den Ball höchstens dreimal berühren – ein Spieler darf dabei auch mehrmals hintereinander.
- Der Ball ist ein leichter, geflochtener Rattan- oder Kunststoffball.
Feld, Netz und Ball
Das Feld ist 13,4 × 6,1 Meter groß – ähnlich einem Badmintonfeld im Doppel. Das Netz hängt bei den Männern auf 1,52 m, bei den Frauen auf 1,42 m. Der Ball wiegt nur rund 170–180 Gramm und hat etwa 42 cm Umfang.
Die Zählweise
- Gespielt wird nach dem Rally-Point-System: Jeder Ballwechsel bringt einen Punkt.
- Ein Satz geht bis 21 Punkte (mit 2 Punkten Vorsprung, Deckel bei 25).
- Wer zwei Sätze gewinnt, gewinnt das Spiel. Bei 1:1 folgt ein Tie-Break bis 15.
Die drei Positionen
- Tekong: steht hinten im Kreis und führt den Aufschlag mit dem Fuß aus.
- Feeder: nimmt den Ball an und stellt ihn präzise für den Angriff – wie der Zuspieler im Volleyball.
- Striker (Killer): schmettert den Ball, meist mit spektakulärem Fallrückzieher über den Kopf.
Der Aufschlag
Beim Aufschlag wirft ein Mitspieler dem Tekong den Ball zu, der ihn aus dem Aufschlagkreis über das Netz tritt. Der Aufschlagfuß muss dabei im Kreis bleiben. Ein guter Aufschlag ist bereits eine Waffe – flach und schnell.
Typische Fehler
- Ball mit Hand oder Arm berühren.
- Mehr als drei Ballkontakte pro Team.
- Ball berührt den Boden im eigenen Feld oder geht ins Aus.
- Netzberührung oder Übertreten der Mittellinie unter dem Netz.
Sepak Takraw in Deutschland
Die Sportart ist hier noch eine Nische, wächst aber: Es gibt Vereine und Gruppen, die regelmäßig trainieren, sowie Turniere und Schnupperangebote – oft an Hochschulen und in Volleyball- oder Badmintonhallen, weil sich die Felder gut nutzen lassen. Für den Einstieg brauchst du nur Hallenschuhe und Beweglichkeit; die Bälle stellt meist die Gruppe.
So gelingt der Einstieg
- Beginne mit dem Jonglieren: den Ball mit Innenseite, Spann und Knie hochhalten.
- Übe die Annahme mit dem Fußrücken – ruhig und mit weichem Kontakt.
- Dehne Hüfte und Beine gut; die Technik verlangt viel Beweglichkeit.
- Den Fallrückzieher erst üben, wenn Sicherheit und Fallschule sitzen.
Kleines Lexikon
- Regu: das Dreier-Team.
- Tekong: der Aufschläger.
- Sepak: malaiisch für „treten"; Takraw: thailändisch für den geflochtenen Ball.
- Roll Spike: der akrobatische Schmetterschlag über den Kopf.
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