
Ringen erklärt: Freistil, Greco, Wertungen & Schultersieg
Ringen war schon bei den antiken Olympischen Spielen dabei und ist bis heute olympisch. In Deutschland hat der Sport eine starke Vereins- und Ligatradition – die Ringer-Bundesliga sorgt in vielen Hallen für volles Haus. Hier erfährst du, wie Ringen funktioniert.
Das Wichtigste in Kürze
- Ziel ist der Schultersieg: beide Schultern des Gegners kurz auf die Matte drücken.
- Gelingt das nicht, entscheiden Punkte.
- Es gibt zwei Stilarten: Freistil und griechisch-römisch (Greco).
- Ein Kampf dauert 2 × 3 Minuten mit 30 Sekunden Pause.
Die beiden Stilarten
- Freistil: Der ganze Körper darf angegriffen werden – auch Beine. Beingriffe, Auskonter und Beinangriffe sind erlaubt.
- Griechisch-römisch: Angriffe nur oberhalb der Gürtellinie; die Beine dürfen weder angegriffen noch zum Angriff eingesetzt werden. Das führt zu spektakulären Hochwürfen.
Frauen ringen international im Freistil.
Der Schultersieg (Pin/Fall)
Bringt ein Ringer beide Schultern des Gegners gleichzeitig für einen kurzen Moment kontrolliert auf die Matte, ist der Kampf sofort beendet – unabhängig vom Punktestand. Der Kampfrichter schlägt dafür auf die Matte.
Die Wertungen
- 1 Punkt: Herausdrücken aus der Kampffläche, Konter oder Griff ohne Wirkung in die Gefahrenlage.
- 2 Punkte: Aktion, die den Gegner in die Gefahrenlage bringt (Rücken nahe der Matte).
- 4 Punkte: Wurf mit hoher Amplitude aus dem Stand oder Aktion, die den Gegner direkt in die Gefahrenlage bringt.
- 5 Punkte: großer Wurf mit hoher Amplitude, bei dem der Gegner vollständig über die Höhe des Werfenden geht.
Bei einem Vorsprung von 10 Punkten (Freistil) bzw. 8 Punkten (Greco) endet der Kampf vorzeitig – technische Überlegenheit.
Passivität
Wer nicht angreift, wird verwarnt. Im Freistil erhält der Gegner dafür einen Punkt; im griechisch-römischen Stil folgt eine Bodenlage, aus der der Gegner angreifen darf. So bleibt der Kampf in Bewegung.
Gewichtsklassen und Wiegen
Gekämpft wird in Gewichtsklassen, damit die Bedingungen fair sind. Vor dem Wettkampf findet ein offizielles Wiegen statt. Wichtig – besonders für Jugendliche: kein extremes Abkochen. Gesunde Ernährung und die passende Klasse sind langfristig besser als schnelle Gewichtsreduktion.
Ausrüstung
- Ringertrikot (Singlet), enganliegend.
- Ringerschuhe mit weicher Sohle und gutem Halt.
- Optional Ohrenschutz zum Schutz der Ohrmuscheln.
So steigst du ein
Ringen schult Kraft, Gleichgewicht und Körpergefühl wie kaum eine andere Sportart – deshalb starten viele Kinder schon mit 6 Jahren. Am Anfang lernst du Fallen und Rollen sowie Grundstellungen. Suche einen Verein im Deutschen Ringer-Bund (DRB) mit lizenziertem Trainer.
Kleines Lexikon
- Gefahrenlage: Rückenlage im Winkel unter 90 Grad zur Matte.
- Technische Überlegenheit: vorzeitiges Ende bei großem Punktevorsprung.
- Singlet: das Ringertrikot.
- Bodenlage: Ausgangsposition am Boden nach Passivität.
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