
Padel erklärt: Der komplette Einsteiger-Guide zum Trendsport
Padel ist der Sport der Stunde. In kaum einem anderen Land wächst er so rasant wie in Deutschland – neue Courts entstehen fast wöchentlich, und wer einmal gespielt hat, ist meist sofort begeistert. Das Beste: Padel ist unglaublich einsteigerfreundlich. Nach wenigen Minuten kannst du schon mitspielen. Dieser Guide erklärt dir alles – vom Court über die Regeln bis zu den Tricks der Profis.
Was ist Padel überhaupt?
Padel ist eine Mischung aus Tennis und Squash, wird fast immer im Doppel (2 gegen 2) gespielt und findet auf einem kleinen, von Glaswänden und Gitter umschlossenen Platz statt. Man spielt mit einem soliden Schläger ohne Saiten und einem tennisähnlichen Ball. Der große Reiz: Die Wände gehören zum Spiel – der Ball bleibt lange im Spiel, es entstehen lange, spektakuläre Ballwechsel, und man braucht keine perfekte Technik, um Spaß zu haben.
Warum boomt Padel gerade in Deutschland?
Die Zahlen sind beeindruckend: 2024 war Deutschland mit einem Wachstum von über 60 % der am schnellsten wachsende Padel-Markt Europas. Inzwischen gibt es über 1.000 Courts, verteilt auf rund 280 Anlagen – Tendenz stark steigend. Seit 2022 ist der Deutsche Tennis Bund (DTB) offiziell der zuständige Verband für Padel in Deutschland. Der Grund für den Boom ist einfach: Padel ist gesellig, schnell zu lernen und macht von der ersten Minute an Spaß.
Der Court (die „Pista“)
Ein Padel-Court ist 20 Meter lang und 10 Meter breit – deutlich kleiner als ein Tennisplatz. In der Mitte teilt ein Netz das Feld. Das Besondere: Der Platz ist rundum geschlossen – an den Enden und teils an den Seiten aus gehärtetem Glas, darüber und an anderen Stellen aus Metallgitter. Auf dem Boden gibt es Aufschlaglinien, ähnlich wie beim Tennis. Genau diese Wände machen Padel so besonders.
Die Ausrüstung
- Schläger: kompakt, ohne Saiten, aus festem Schaumkern mit Löchern. Es gibt runde (kontrollorientierte) und tropfenförmige (offensivere) Formen.
- Ball: sieht aus wie ein Tennisball, hat aber etwas weniger Druck.
- Schuhe: Hallen- oder Sandplatzschuhe mit gutem Halt für die schnellen Richtungswechsel.
Für den Einstieg musst du nichts kaufen – in fast allen Anlagen kann man Schläger und Bälle leihen.
So wird gezählt (wie beim Tennis)
Die Zählweise ist identisch mit Tennis:
- Punkte pro Spiel: 15, 30, 40, Spiel (die Null heißt „null“).
- Bei 40:40 ist Einstand – dann braucht man zwei Punkte in Folge. In vielen Turnieren gilt stattdessen der Golden Point (ein einziger Entscheidungspunkt).
- Wer zuerst 6 Spiele (mit 2 Vorsprung) gewinnt, holt einen Satz; bei 6:6 entscheidet ein Tie-Break.
- Ein Match geht meist über 2 Gewinnsätze (Best of 3).
Der Aufschlag
Der Aufschlag ist im Padel bewusst einfach und von unten:
- Der Ball wird zunächst einmal auf den Boden getippt und dann unterhalb der Hüfthöhe geschlagen.
- Er muss diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld springen.
- Nach dem Aufsprung darf der Ball die Glaswand berühren (gültig) – berührt er aber das Gitter, ist es ein Fehler.
- Man hat wie beim Tennis zwei Versuche.
Die wichtigste Besonderheit: die Wände
Das ist der Kern von Padel und der größte Unterschied zum Tennis. Merke dir diese einfache Regel:
- Ein Ball muss auf deiner Seite zuerst auf dem Boden aufspringen. Danach darf er die Wände berühren – und du kannst ihn auch nach dem Abprall von der Wand noch zurückspielen (wie beim Squash).
- Du darfst also deine eigene Glaswand nutzen: den Ball vorbeilassen, von der Wand abprallen lassen und zurückschlagen.
- Fliegt der Ball nach dem Schlag deines Gegners direkt gegen die Wand oder das Gitter, ohne vorher auf dem Boden aufzuspringen, war der Schlag „aus“ – der Punkt geht an dich.
Wann gibt es einen Punkt?
Du gewinnst den Punkt, wenn der Gegner den Ball nicht regelgerecht zurückbringt – zum Beispiel, wenn er ihn ins Netz oder direkt an die Wand/das Gitter schlägt, den Ball zweimal aufspringen lässt oder ihn aus dem Feld (über die Umrandung) schießt. Weil die Wände so lange im Spiel halten, entstehen oft überraschende Wendungen.
Die wichtigsten Schläge (das macht Padel so spannend)
- Globo (Lob): ein hoher Ball, um die Gegner vom Netz nach hinten zu drängen – die wichtigste taktische Waffe.
- Bandeja: ein kontrollierter Überkopfschlag („Tablett“), mit dem man die Netzposition verteidigt.
- Víbora: eine schnellere, geschnittene Variante der Bandeja mit Seitendrall.
- Bajada: ein Schlag, den man aus dem Abprall der eigenen hinteren Glaswand spielt.
- Chiquita: ein kurzer, tiefer Ball zu den Füßen der Gegner am Netz.
Taktik & Positionen
Padel gewinnt man am Netz. Das Team, das vorne steht, kontrolliert den Ballwechsel und kann angreifen. Die Gegner versuchen mit dem Lob, das Netz zurückzuerobern. Als Doppel bewegt man sich immer gemeinsam – wie zwei durch eine unsichtbare Stange verbundene Spieler. Nicht Kraft entscheidet, sondern Köpfchen, Platzierung und Zusammenspiel.
Padel vs. Tennis vs. Squash
Kurz gesagt: Vom Tennis kommen die Zählweise, das Netz und der Ball. Vom Squash kommt das Spiel mit den Wänden. Padel ist aber leichter zu lernen als beide – der kleinere Platz, der Schläger ohne Saiten und der Aufschlag von unten machen es Einsteigern besonders einfach.
Padel selbst ausprobieren
Der Einstieg ist unkompliziert: Du brauchst nur drei weitere Personen (Padel spielt man fast immer zu viert), buchst einen Court in einer Anlage in deiner Nähe und leihst dir Schläger und Bälle vor Ort. Viele Vereine und Center bieten günstige Schnupperstunden mit Trainer an – ideal für den ersten Kontakt.
Kleines Padel-Glossar
- Pista: der Padel-Court.
- Globo: der Lob (hoher Ball).
- Bandeja / Víbora: kontrollierte bzw. geschnittene Überkopfschläge.
- Bajada: Schlag aus dem Abprall der eigenen Wand.
- Golden Point: Entscheidungspunkt beim Stand von 40:40.
Padel live erleben
Jetzt, wo du die Regeln kennst: Auf WoSpielen findest du Padel-Turniere und -Events in deiner Nähe. Schau nach, wo als Nächstes gespielt wird – oder schnapp dir drei Mitspieler und probiere den Trendsport selbst aus!
