
Brazilian Jiu-Jitsu erklärt: Positionen, Punkte, Gürtel & Einstieg
Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) ist einer der am schnellsten wachsenden Kampfsportarten in Deutschland. Der Grundgedanke: Am Boden kann Technik körperliche Überlegenheit ausgleichen. Statt Schlägen entscheiden Positionen, Hebel und Würgetechniken – und ein Kampf endet, sobald jemand abklopft.
Das Wichtigste in Kürze
- Gekämpft wird fast ausschließlich am Boden – ohne Schläge und Tritte.
- Ziel ist ein Aufgabegriff (Submission): Hebel oder Würge, bis der Partner abklopft.
- Gelingt das nicht, entscheiden Punkte für bessere Positionen.
- Es gibt Gi (mit Anzug) und No-Gi (ohne Anzug, mit Rashguard).
Positionen und ihre Punkte
Im BJJ ist die Position alles – wer besser liegt, kontrolliert den Kampf. Typische Wertungen im Wettkampf:
- Takedown / Wurf – 2 Punkte: den Gegner kontrolliert zu Boden bringen.
- Sweep – 2 Punkte: aus der unteren Position (Guard) die Lage umkehren.
- Knee on Belly – 2 Punkte: mit dem Knie auf dem Bauch kontrollieren.
- Guard Pass – 3 Punkte: die Beinverteidigung des Gegners überwinden.
- Mount – 4 Punkte: rittlings auf dem Gegner sitzen.
- Back Control – 4 Punkte: Rückenkontrolle mit eingehakten Beinen.
Eine erfolgreiche Submission beendet den Kampf sofort, unabhängig vom Punktestand.
Typische Aufgabegriffe
- Armbar: Streckhebel auf das Ellbogengelenk.
- Rear Naked Choke: Würgetechnik von hinten.
- Triangle Choke: Würger mit den Beinen.
- Kimura: Schulterhebel.
Abklopfen (Tap Out) ist kein Versagen, sondern das Sicherheitssystem des Sports: Es beendet die Technik sofort. Wer früh und ehrlich abklopft, trainiert lange verletzungsfrei.
Gürtelsystem
Erwachsene beginnen mit Weiß und gehen über Blau, Lila, Braun zu Schwarz. Zwischendurch gibt es Streifen (Grade). Der Weg ist bewusst lang – bis Schwarz vergehen oft 8–12 Jahre. Kinder haben ein eigenes Farbsystem.
Gi oder No-Gi?
- Gi: mit Anzug; der Stoff darf zum Greifen und Würgen genutzt werden. Technischer, langsamer, sehr detailreich.
- No-Gi: mit Rashguard und Shorts; schneller und rutschiger, näher am Ringen.
Und Ju-Jutsu in Deutschland?
Nicht verwechseln: Das deutsche Ju-Jutsu (im Deutschen Ju-Jutsu Verband) ist ein eigenständiges Selbstverteidigungssystem, das Schläge, Tritte, Würfe und Bodentechniken kombiniert – ursprünglich für die Polizeiausbildung entwickelt. BJJ konzentriert sich dagegen fast vollständig auf den Bodenkampf. Beide sind gute Optionen, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.
So steigst du sicher ein
- Fast alle Schulen bieten kostenlose Probetrainings – Sportkleidung reicht zu Beginn.
- Lerne zuerst die Grundpositionen und das Abklopfen, bevor du Hebel anwendest.
- Hygiene ist Pflicht: kurze Nägel, sauberer Gi, Duschen nach dem Training.
- Sag Verletzungen und Grenzen deinem Partner offen – Rollen ist Zusammenarbeit, kein Wettkampf.
Kleines Lexikon
- Rollen (Sparring): freies Üben gegen Widerstand.
- Guard: Verteidigung von unten mit den Beinen.
- Sweep: Positionsumkehr aus der Guard.
- Tap Out: das Abklopfen als Aufgabezeichen.
Finde BJJ- und Ju-Jutsu-Veranstaltungen in deiner Nähe auf WoSpielen.
